27. Juli 1999: Gewitter bei Saxeten
Das Canyoning-Unglück bei Interlaken im Berner Oberland
wurde durch ein Gewitter verursacht, welches sich zwischen 16 und 17 Uhr
über dem oberen Bereich des Saxetentales entlud. Das folgende Bild
zeigt einen stark vergrösserten Ausschnitt aus einem Radarbild, welches
die Radar-geschätzte Regensumme zwischen 16 und 17 Uhr zeigt. "Hellblau"
bedeutet eine Regensumme von 10-20 mm, und "dunkelblau" bedeutet eine Regensumme
von 20-40 mm. Regensummen in dieser Grössenordnung innerhalb einer
Stunde sind keineswegs selten und treten bei Gewittern lokal immer wieder
auf. Bei diesem Gewitter hat sich das Wasser sehr schnell im Talboden gesammelt.
Dies hat schliesslich zum plötzlichen und katastrophalen Anschwellen
des Saxetenbaches geführt.
Das Beispiel zeigt eindrücklich die hervorragenden
Möglichkeiten zur Ueberwachung von Starkniederschlägen mittels
Wetterradar. Trotz der recht grossen Distanz zwischen der Unfallregion
und dem ETH-Radar (ca. 100 km) wurde das Gewitter gut erfasst. Radarmessungen
und daraus abgeleitete Kurzfristvorhersagen und Warnungen sind grundsätzlich
praktisch in "Echtzeit" verfügbar und können deshalb dazu beitragen,
ähnliche Unglücke zu vermeiden.